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Novemberrevolution – und heute?

Posted on | Dezember 16, 2018 | Kommentare deaktiviert für Novemberrevolution – und heute?

Die SPD und die farbechten/Die Linke in Rödelheim luden gemeinsam zu einer Veranstaltung ein, und der Saal des Rödelheimer Vereinsringhauses platzte aus allen Nähten. 

Obwohl das Thema „November-Revolution“ hieß, wurde jedenfalls keine Revolution ausgerufen. Aber es gab ein großes Interesse am Thema. Aufmerksam verfolgten die Besucher die Beiträge: zunächst vom Historiker André Leisewitz, der von einer „verhinderten Revolution“ sprach und scharfe Kritik an der damaligen Führung der SPD übte, auch im Blick auf die Ermordung von Rosa Luxemburg. Es folgte Gernot Grumbach (SPD), der die Zeitumstände zur Erklärung für das Handeln der SPD-Führung darlegte und seinerseits kritische Anmerkungen zur Strategie von „Spartakus“ und KPD machte. Worin man aber übereinstimmte, war, dass man das Ende des schrecklichen Krieges begrüßte und dass man ein gleiches Wahlrecht für Männer und Frauen einführen konnte. Und auch sozialpolitisch gab es Fortschritte, etwa durch die Einführung von Betriebsräten und den Acht-Stunden-Tag.

An diese Fortschrittsperspektive knüpften im weiteren Verlauf der Diskussion Andrea Ypsilanti (SPD) und Janine Wissler (Die Linke) an. Eine Änderung der Politik durch die Parlamente könne auch heute – so wie damals durch die Massenproteste und den Aufstand der Matrosen – nur durch eine Bewegung von unten in Gang kommen, so lautete die gemeinsame Einschätzung. Leisewitz unterstrich dies als die entscheidende Lehre aus den Ereignissen von 1918. Unterschiede auf dem Podium konnte man nur insofern wahrnehmen, als auf die heutigen gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse und die Mehrheitsverhältnisse auch innerhalb der SPD hingewiesen wurde. Der entscheidende Mangel heute sei die Zersplitterung der (an sich ja erfreulich) zahlreichen Proteste und Bewegungen.

Aus dem Publikum kamen viele Fragen und Anregungen, vor allem nach klaren Positionierungen und mehr Unterstützung von Initiativen durch die Politik. Natürlich blieben Fragen offen, etwa nach der Haltung zum Kapitalismus insgesamt oder nach weiteren Perspektiven. Es wurde aber auch deutlich, dass es darauf ankommt, engagiert im Gespräch zu bleiben und nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen. Dies gilt erst recht vor dem Hintergrund eines politischen Trends „nach rechts“, wie die Wahlerfolge der AfD zeigen. Auf Stadtteilebene hat das Gespräch jedenfalls begonnen – und es soll weitergeführt werden.

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