die farbechten DIE LINKE.

Rödelheim Praunheim Hausen Westhausen Industriehof

Druckfrisch

Posted on | Januar 23, 2021 | Kommentare deaktiviert für Druckfrisch

Unsere neue Zeitung ist da und wird in den nächsten Wochen in den Stadtteilen Rödelheim, Praunheim, Hausen, Westhausen und Industriehof verteilt. Wir stellen unsere Kandidatinnen und Kandidaten für die Wahl zum Ortsbeirat vor und berichten über die Themen, die uns im letzten Jahr beschäftigt haben und die wir in Zukunft anpacken wollen.

Mit dieser Liste treten „die farbechten/Die Linke“ zur Ortsbeiratswahl an:

  1. Inge Pauls (66), Lehrerin. 2007–2016 im OBR
  2. Torben Zick (53), IT-Architect. Seit 2011 im OBR
  3. Angela Kalisch (51), Medienfachwirtin. Aktiv bei W.i.R. und Förster
  4. Herbert Bayer (70), Gewerkschaftssekretär i.R.
  5. Barbara David-Wehe (75), Sozialarbeiterin i.R., seit 2011 im OBR
  6. Mario Wolf (36), Gewerkschaftssekretär
  7. Jara Uphoff (21), Medizin-Studentin
  8. Helmut Furtmann (65), Lehrer
  9. Ayla Ertürk (39), Digital Producer
  10. Ulrich Dalbert (56), IT-Berater
  11. Ilknur Alan Koc, Bellas Stübchen
  12. Claus David (74), Schreinermeister
  13. Christa Cali (66), Erzieherin
  14. Sonja Driebold (34), Dipl. Pflegewirtin
  15. Heide Holländer (59), Dipl. Sozialpädagogin
  16. Margarete Wiemer (66), Dipl. Psychologin
  17. Barbara Voss (57), Ärztin
  18. Imke Meyer (72), aktiv bei „Aufstehen gegen Rassismus“
  19. Helga Dieter (77), aktiv bei „Courage gegen Rassismus“,
    taz Panter Preis für die Initiative „Ferien vom Krieg“

Tempo 30 in der Thudichumstraße

Posted on | Januar 15, 2021 | Kommentare deaktiviert für Tempo 30 in der Thudichumstraße

Im Main-Nidda-Boten vom 7.1.2021 machte eine Initiative von Eltern auf die Gefahren der Thudichum-Straße aufmerksam. Sie fordert eine Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 30 und hat dazu eine Online-Petition gestartet.

Diese Petition ist unbedingt unterstützenswert. Der bisherige Versuch, auf parlamentarischem Wege eine Geschwindigkeitsreduzierung zu bekommen, ist bislang nämlich leider gescheitert: in einem Antrag vom 29.05.2020 (OF 477/7) hat der Ortsbeirat auf Anregung der Fraktion die farbechten/Die Linke den Magistrat um Prüfung dieses Sachverhalts gebeten.

Foto: Adobe Stock/SZ-Designs

Die abschlägige Antwort des Magistrats („nicht sinnvoll und auch nicht erforderlich“) ist nicht schlüssig: Es wird zugegeben, die Kreuzung (beim REWE) sei „unfallauffällig, aber keine Unfallhäufungsstelle“. Soll also erst einmal eine Unfallhäufung entstehen, bevor der Magistrat tätig wird?

Außerdem, so der Magistrat, kämen nur solche Straßen in Betracht, wenn ein „Zugang einer Kita oder Schule der Grundstufe beziehungsweise Sekundarstufe I unmittelbar von der betreffenden Straße aus erfolgt“. Die Thudichumstraße sei das nicht. Das sehen die Eltern anders: die Thudichumstraße ist definitiv Teil des Schulwegs zu einer KT, einer Grundschule und einer Sekundarschule.

Seit der Eröffnung des REWE-Marktes ist sowohl für Fußgänger als auch für Fahrradfahrer eine unklare Situation bezüglich des Bürgersteigs und der Straße entstanden. Hier gibt es einen Handlungsbedarf! Die Lösung ist eine durch Kontrollen gesicherte Geschwindigkeitsreduzierung!

Es ist zu wünschen, dass die Eltern-Petition Erfolg hat und den öffentlichen Druck auf den Magistrat erzeugt, so dass er seine Ablehnung überdenkt und doch noch eine Tempo-30-Zone in der Thudichumstraße einrichtet. Vor allem die Kinder werden es danken. (Zitate aus: ST 1721, 25.09.2020).

Wünsche zum neuen Jahr

Posted on | Januar 7, 2021 | Kommentare deaktiviert für Wünsche zum neuen Jahr

Foto: Adobe Stock/drubig-photo

Die Stadtteilbücherei geschlossen, die Gaststättenbetriebe und Bars ebenso, Veranstaltungen und Stadtteilfeste wie die Musiknacht, die Lesungen des FörSteR, der traditionelle Nikolausmarkt des Vereinsrings, Weihnachtsmarkt und Zehntscheunenfest in Praunheim – alles abgesagt. Kinder-Kulturveranstaltungen sind genauso betroffen. Der Coronavirus fordert viel Verzicht auf die schönen, kulturellen Einrichtungen und Ereignisse. Dabei lieben wir es, uns bei solchen Gelegenheiten mit Freunden und Nachbarn zu treffen, zu reden, gemeinsam zu feiern.
Hoffen wir auf den Sommer 2021 und zeigen wir, dass unsere Geduld und Zuversicht stärker ist als so ein winziger Virus. Und setzen wir uns dafür ein, dass die immensen Ausgaben für die Bewältigung der Pandemie nicht auf dem Rücken von Kindern, nicht auf den Etats der Jugend- und Kultureinrichtungen ausgetragen wird. Den Sparankündigungen des derzeitigen Kämmerers müssen wir gemeinsam und solidarisch entgegentreten. Solidarität heißt: die starken Schultern tragen mehr als die schwachen Schultern. Eine Pandemie-Abgabe für Reiche ist keine Zumutung.

Tag der offenen Tür im Römer

Posted on | Dezember 22, 2020 | Kommentare deaktiviert für Tag der offenen Tür im Römer

Nikolausgeschenke am Rödelheimer Bahnhof

In diesem Jahr war alles anders: Der traditionelle Tag der offenen Tür der Fraktion Die Linke im Römer konnte aus Pandemie-Gründen nicht stattfinden. Dafür kam die Fraktion in die Stadtteile, letzte Woche auch zu uns in die Heinrich-Lübke-Siedlung, nach Westhausen und zum Rödelheimer Bahnhof.

Klimapolitik im grünen Bereich?

Posted on | Dezember 2, 2020 | Kommentare deaktiviert für Klimapolitik im grünen Bereich?

Mit einer Online-Veranstaltung der Fraktion die farbechten / Die Linke im Ortsbeirat 7 sollte das Thema „Klimapolitik“ aus dem Hintergrund hervorgeholt werden, in den es in diesen von Corona dominierten Zeiten geraten ist. Aufgrund der Einschränkungen war leider eine Präsenz- Veranstaltung nicht möglich, so traf man sich am 19. November 2020 im Internet. Immerhin.

Pearl Hahn (Stadtverordnete der Linken im Römer) schilderte, dass die Stadt Frankfurt klimapolitisch trotz vom Magistrat beschlossener „Klima-Allianz auf der Stelle tritt. So wurde der Vertrag zwischen VGF und Mainova, der Strom aus Kohleverstromung beinhaltet, fortgesetzt, obwohl eine Vertragsbeendigung und Neufestsetzung im letzten Jahr möglich war. Der Clou: schon vor Jahren hatte die VGF Ökostrom eingesetzt. Unter dem grünen Dezernenten Meyer aber wurde die Umstellung auf Kohlestrom vereinbart. So werden alte Strukturen konserviert, der Umstieg auf erneuerbare Energie torpediert und die zu erreichenden Klimaziele deutlich verfehlt. Die Absicht der „Klima-Allianz“ sei wohlfeil, sagte Pearl Hahn, aber unverbindlich. Die Praxis dagegen ernüchternd. Die derzeitige Koalition im Römer sei nicht in der Lage, bei der konkreten Klimapolitik die notwendigen Schritte zu machen.

Dr. Werner Neumann (Sprecher des Bundesarbeitskreis Energie des BUND e.V.) bestätigte diese Bilanz mit deutlichen Worten und Beispielen. Vor seinem Renteneintritt war er Leiter des Energiereferats der Stadt Frankfurt und immer noch beschäftigt er sich mit der Frankfurter Energie- und Klimapolitik. Die Stadt sei damals mit einer Fülle von verschiedenen Konzepten in der Lage gewesen sei, den Energieverbrauch trotz Wachstum zu reduzieren. Seit einigen Jahren aber flache diese Reduzierung ab, obwohl es notwendig wäre, deutlich in die andere Richtung zu gehen. Er hob hervor, dass jetzt die Reduzierung mit dem Faktor 4 gesteigert werden müsse, wenn man die vereinbarten Klimaziele erreichen und die rasante Erderwärmung stoppen wolle. Das bedeutet für ihn auch: vier Mal das Personal erhöhen und das Vierfache an Geld für den Umweltschutz bereitstellen.

Torsten Felstehausen (Landtagsabgeordneter der Linken in Hessen) komplettierte die Bilanz aus Sicht der Landespolitik. Obwohl die Grünen als Koalitionspartner mit der CDU regieren, gebe es keine notwendige Umkehr der bisherigen Politik. Im letzten Jahr seien gerade mal vier (!) Windräder in Hessen aufgestellt worden – so schaffe man die Energiewende bestimmt nicht! Zwar habe die Pandemie den Flugverkehr deutlich reduziert, man halte aber am Ausbau weiter fest und unterstütze die Unternehmen in dem Ziel, wieder auf die früheren Zahlen im Flugverkehr zurück zu kommen. Trotz der Maßnahmenkataloge gebe keine Anzeichen, die Reduktion der CO2-Emissionen – weder in der Verkehrs- noch in der Energiepolitik – politisch zu verwirklichen. Seine Präsentation von Grafiken zeigte eindeutig, dass keine Zeit mehr zu verlieren ist. Es müssten JETZT energische Schritte Richtung Reduktion von CO2 getan werden, wenn man die beschlossenen Klimaziele erreichen will.

Mit dieser eher ernüchternden Bilanz richtete sich die Frage an die Aktiven in der Klimabewegung, wie denn ihre Sichtweise auf die Klimapolitik sei, vor allem in der derzeitigen Situation, wo Demonstrationen und Aktionen unter dem Vorbehalt der Pandemie stehen.

Alexis Passadakis, Mitglied bei Attac und Ende-Gelände, hob hervor, dass es wichtig ist, die Interessen zu erkennen, die für die Verhinderung einer notwendigen Umsetzung in der Klimapolitik stehen. Eine starke Öffentlichkeit und Bewegung der Menschen auf der Straße oder bei Aktionen bis hin zum zivilen Ungehorsam sei die einzige Chance, etwas zu bewegen. Erfolgreiche Aktionsbündnisse, z.B. für den Erhalt der sog. Grünen Lunge oder die Besetzung des Hambacher Forst zeigen, dass ein Umdenken und Einflussnehmen möglich sei: Der Hambacher Forst bleibt und die Basis der Grünen habe deutlich gemacht, dass die Grüne Lunge nicht den Interessen von Investoren geopfert werden dürfe. Auch der Kampf gegen die Baumrodungen zum Ausbau der A49 sei ein aktuelles Beispiel.

Hier setzte Konstantin Nimmerfroh von Fridays for Future an und wies darauf hin, dass diese eine Bewegung darstellt, die weltweit Aufmerksamkeit erfuhr und Bewegung in die Klimapolitik brachte. Leider habe die Corona-Pandemie und der Lockdown die Chance genommen, die für 2020 geplanten Aktionen und Erregung der öffentlichen Aufmerksamkeit fortzusetzen. Über die Klimakatastrophe rede keiner mehr, obwohl sie gefährlicher sei als das Corona-Virus. Nach seiner Auffassung ist die Ruhe aber trügerisch und er sieht Chancen, die Bewegung, die so frech gestartet ist, wieder zu beleben.

Im Anschluss an die Beiträge fand eine lebhafte Diskussion statt. In den Beiträgen wurde deutlich, dass es zahlreiche praktische und pragmatische Ansätze, z.B. keine vergünstigten Strompreise für Vielverbraucher wie Rechenzentren, gibt, in der Stadt eine andere Klimapolitik zu betreiben. Es bedarf aber des politischen Willens, dies auch umzusetzen. Vor allem Dr. Werner Neumann wies darauf hin, dass die Konzepte existieren, man diese nur nutzen müsse, was vor allem beinhaltet, dass dafür nötiges Personal und Geld zur Verfügung gestellt wird. Ein Teilnehmer berichtete von der Initiative „Klimaentscheid“, die von Aktiven zurzeit erarbeitet werde. Diese habe das Ziel, wie bei dem Radentscheid die Stadt in die Pflicht zu nehmen und zu klimagerechtem Handeln zu bewegen. Andere wiesen darauf hin, dass es in der Gesellschaft nach wie vor mächtige Interessengruppen gibt, die die Klima-Frage hinten anstellen und keine oder nur minimale Veränderungen akzeptieren. Diese Blockaden könne man nur durch eine starke Gegenöffentlichkeit und Bewegung auf der Straße überwinden.
Klimapolitik zu vernachlässigen wäre demnach gefährlich, Pessimismus ist also nicht angebracht.

Klimapolitik im grünen Bereich?

Posted on | November 9, 2020 | Kommentare deaktiviert für Klimapolitik im grünen Bereich?

Foto: Adobe Stock/sveta

Die Corona-Krise verdrängt eine sehr viel bedrohlichere und existentiellere Krise aus dem öffentlichen Bewusstsein: den weltweiten Klimawandel.
Als sich die Staaten im Pariser Abkommen 2015 verpflichteten, den Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, waren damit konkrete Verpflichtungen der Regierungen auf allen Ebenen verbunden, die CO2-Emissionen drastisch und schnell zu reduzieren. Mit dem Engagement von Greta Thunberg und der Bewegung „Fridays for Future“ wurden die Verantwortlichen an diese Verpflichtung erinnert. Eine riesige Aufgabe, die einen noch sehr viel größeren Wandel – Stichwort Verkehr, Energie – erfordert als die bisher erfahrenen Veränderungen.

Die Ortsbeiratsfraktion die farbechten/DIE LINKE als Veranstalter will deshalb mit Politikern und Vertretern aus der Bürgerbewegung kritisch auf die Klimapolitik schauen, was seither in Frankfurt und Hessen passiert ist, ob wir dem Ziel der Emissionsreduktion näher gekommen sind:

Frankfurter Klimapolitik im grünen Bereich? Eine Bilanz
Donnerstag, 19. November 2020, 19.30 Uhr
Diskussion mit:
Pearl Hahn, Stadtverordnete der Linken im Römer
Torsten Felstehausen, Abgeordneter der Linken im Hessischen Landtag
Dr. Werner Neumann, BUND Landesverband Hessen, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Energie
Alexis Passadakis, Aktivist in der Klimabewegung
Konstantin Nimmerfroh, Fridays for Future
Moderation: Inge Pauls

Grenzgänger

Posted on | Oktober 25, 2020 | Kommentare deaktiviert für Grenzgänger

Mit dem Fahrrad unterwegs zum Plangebiet »Josefstadt«

Viele Spaziergänger, Jogger und Hundebesitzer waren unterwegs und nutzten die Stunden, in denen nach den grauen Tagen die Sonne hervorlugte. Zuckerrüben wurden geerntet, zwischen den Feldern stolzierte ein Reiher. Das Rauschen von der A5 ist je nach Standort mal gedämpft, mal penetrant laut zu hören. Das Gebiet zwischen Praunheim, Nordweststadt, Steinbach, Eschborn und Niederursel ist Naherholung, Frischluftschneise, Wasser- und Landschaftsschutzgebiet. Von den Hängen des Taunus herunter finden sich mehrere Bachläufe, nach dem trockenen Sommer ohne Wasser. Und genau dort finden die Planungen statt für den so genannten „Stadtteil der Quartiere“.

Entlang der A5 soll ein neuer Stadtteil entstehen.

Die Stadtteilgruppe die farbechten/Die Linke Rödelheim/Praunheim/Hausen hat sich mit einer Fahrradtour rund um die Autobahn, zwischen Alter Ziegelei, Eschborn, Steinbach und Blick auf die Krebsmühle einen Eindruck über das Plangebiet verschaffen wollen und wurde in ihrer Skepsis bestärkt: Sollte das Gebiet einer Bebauung und damit Versieglung zugeführt werden, wird dies nachhaltige, nachteilige Konsequenzen für Frankfurt haben. Das betrifft das Stadtklima genauso wie die Wasserversorgung. Und es stellt sich auch die Frage, ob der tatsächliche Bedarf an neuen Wohnungen in 20 oder 30 Jahren so hoch sein wird, wie aktuell gerechnet wird. Der derzeitige Leerstand an Büroflächen ist ein Anzeichen für mögliche grundlegende Veränderungen von Gebäudenutzung.

Genossenschaftliches Wohnen – eine Alternative?

Posted on | Oktober 10, 2020 | Kommentare deaktiviert für Genossenschaftliches Wohnen – eine Alternative?

Zu dieser Frage hatte die Stadtteilgruppe die farbechten/die Linke profunde Kenner und Betroffene am Donnerstag, den 8.10.2020, zu einem Informationsabend und Meinungsaustausch eingeladen: mit Lothar Reininger war ein langjähriger Aktiver und exzellenter Kenner von Fallstricken und Problemen bei der Etablierung von Genossenschaftsprojekten eingeladen, außerdem konnte Imke Meyer, Vorstandsvorsitzende des Netzwerks gemeinschaftliches Wohnen, ihre Sichtweise einbringen. Das Wohnprojekt „Im Füldchen“ wurde von zwei Bewohnern, Norbert Milke und Dagmar Nord, vorgestellt.

Symbolbild Wohnen
Gemeinsames solidarisches Wohnen als Alternative zum privaten Wohnungsbau. Foto: Adobe Stock/Chinnapong

Lothar Reininger berichtete vom Selbsthilfeverein Leben und Arbeiten im Gallus und Griesheim (LAAG e.V.), der 2005 die ehemaligen Werkswohnungen von einem Investor zurückgekauft hätte, um den 100 Menschen, die damals nach Verlust der Arbeitsplätze auch die Wohnung verloren hätten, ihre Wohnungen zu erhalten. Das sei auch gelungen, alle konnten wohnen bleiben. Die Initiative hätte seinerzeit Initialzündung gehabt: Mit einem Eigenanteil von 5000 Euro sei das Startkapital zustande gekommen, Eigenleistung einkalkuliert. Junge Genossenschaften hätten aber derzeit mit mehreren Problemen gleichzeitig zu kämpfen: zum einen seien die Bodenpreise seither in einer Weise gestiegen, dass heutiges Bauen in Frankfurt nur noch hochpreisig zu realisieren sei. Gleichzeitig wirke sich das auf die Erbpacht aus, die alle 5 Jahren an die Inflation angepasst würde und zudem vom Bodenrichtwert abgeleitet sei: Dies sei ein großes Hindernis und nur durch eine politische Entscheidung, nämlich Senkung der Erbpacht auf 0.5%, zu beheben. Das andere Problem: junge Genossenschaften hätten kaum Rücklagen oder ausreichendes Startkapital. Günstige Grundstücke der Stadt seien eine Bedingung für diese Projekte, geschehe aber bisher zu Wenig. Es würde eher an Investoren verkauft. Reininger erwähnte auch das Konzept des Mietersyndikats, das sich mit Hilfe von sogenannten „nachrangigen Krediten“ finanziere, wobei an Gemeinschaftlichem Wohnen interessierte Kreditgeber das Risiko der Finanzierung tragen.

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Privatisierung schadet Ihrer Gesundheit

Posted on | Juni 20, 2020 | Kommentare deaktiviert für Privatisierung schadet Ihrer Gesundheit

Beipackzettel: Bitte lesen Sie sorgfältig die folgenden Informationen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen von Privatisierungen im Gesundheitssystem fragen Sie die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen.

Demonstrationszug
Mit einem Demonstrationszug durch Rödelheim wurde auf die Mängel im Gesundheitssystem aufmerksam gemacht.

Die Coronavirus-Pandemie hat uns allen vor Augen geführt, wie lebenswichtig ein gutes Gesundheitswesen ist. Die außerordentliche Arbeit von Ärzten, Pflege­kräften und allen, die für eine gute Gesundheitsver­sorgung arbeiten, ist mit abendlichem Applaus und Politikerreden anerkannt worden. Was immer noch fehlt, ist eine anständige Bezahlung, die den Wert ­dieser Arbeit ausdrückt. Deshalb müssen alle Beschäftigten – auch das Reinigungs- und Küchenpersonal – eine Corona-Zulage von 500 Euro im Monat erhalten. Auch dauerhaft müssen die Grundgehälter angehoben und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.

Die Coronavirus-Pandemie hat auch offengelegt, dass es an Schutzkleidung und Schutzmasken fehlt. Viele Beschäftigte im Krankenhaus und in der Pflege haben sich angesteckt, sind erkrankt und einige sogar gestorben – weil sie Kranken geholfen haben! Daran ist auch eine Bundesregierung schuld, die die Pandemie-­Vorsorge aus Kostengründen gespart hat, obwohl seit 2005 vorgeschrieben ist, genügend Ausrüstung für eine mögliche Pandemie vorzuhalten. Bekräftigt wurde dies im 2012 aktualisierten Nationalen Pandemieplan. Passiert ist nichts. Die Schutzbekleidung ist bis heute nicht ausreichend.

Die Fallpauschale: eine wesentliche Ursache der Krise im Gesundheitssystem
Mit dem Krankenhausstrukturgesetz im Jahr 1993 gab es einen Systemwechsel, weg von der Auffassung: „Kranken­häuser sind unverzichtbare Einrichtungen der Daseinsvorsorge, die keine Profite machen dürfen und nach dem Kostendeckungsprinzip arbeiten“, hin zu „Krankenhäuser dürfen geführt werden als profit­orientierte Wirtschaftsunternehmen“. Diese Öffnung zog eine Reihe von Krankenhaus-Privatisierungen nach sich, denn nun ließen sich mit der stationären Behandlung von Patienten Gewinne erzielen. Das hatte Folgen: Die Zahl der Kliniken schrumpft, Stationen werden geschlossen, Betten abgebaut, Pflegekräfte eingespart, Reinigungskräfte outgesourct.

Mit dem System der Fallpauschale ist alles noch viel schlimmer geworden: Krankheiten werden nach betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet. Der markt­gerechte Patient ist bei Privatkliniken willkommen. Die Nicht-Marktgerechten sollen von den öffentlichen ­Kliniken versorgt werden, was deren Bilanz relativ verschlechtert. Ziel dieses Systems: mit einem effizienten System mit Gesundheit Gewinne machen! Was sich nicht rechnet, wird geschlossen, dazu gehören zum Beispiel Geburtsstationen. So konnten die Privatkliniken ihren Anteil von Krankenhäusern von 21,7% im Jahr 2000 auf 37,5% in 2018 fast verdoppeln. Die Zahl der Betten ist seit 1991 um 25% gesunken. Und der Wettbewerb zwischen den öffentlichen und privaten Kranken­häusern wird durch das Fallpauschalen-­System immer noch gefördert.

Janine Wissler und Achim Kessler
Auf der Abschlusskundgebung am Rödelheimer Bahnhof sprachen u.a. die hessische Landtagsabgeordnete Janine Wissler und MdB Achim Kessler.

Sicherheit nur durch ein solidarisches und öffentlich finanziertes Gesundheitswesen
Deshalb sind zentrale Forderungen:
• Die Fallpauschalen müssen abgeschafft werden. Stattdessen müssen die Krankenhäuser wie früher ein Budget bekommen, das die tatsächlichen Kosten komplett abdeckt.
• Gesundheit und Pflege gehören in öffentliche Hand. Gesundheit ist eine öffentliche Aufgabe und muss öffentlich, gemeinsam und solidarisch organisiert und finanziert werden.
• Profite erwirtschaften mit der Behandlung von Patienten und Dividenden ausschütten gehört verboten. Gesundheit ist keine Ware.
• Keine Schließung von Krankenhäusern,
die noch im Besitz von Landkreisen, Städten und Gemeinden sind.
• Rekommunalisierung der privaten Krankenhäuser statt Fusionierung zu großen Krankenhauskonzernen.

Der 8. Mai muss Feiertag werden

Posted on | Mai 10, 2020 | Kommentare deaktiviert für Der 8. Mai muss Feiertag werden

Am 8. Mai jährte sich zum 75. Mal das Kriegsende. Mit der Aussage, der 8. Mai 1945 sei „ein Tag der absoluten Niederlage, ein Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit“, versucht der AfD-Fraktions- und Ehrenvorsitzende Alexander Gauland den Kampf um die Deutungshoheit an sich zu reißen. Doch was Richard von Weizsäcker vor 35 Jahren in seiner Rede neu ausrichtete als Gedenken an eine Befreiung vom Nationalsozialismus und Positionierung zur deutschen Verantwortung für den Krieg, darf nicht zurückgedreht werden!

Das Frankfurter 8.-Mai-Bündnis fordert: „Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.“ Eine entsprechende Petition haben inzwischen über 100.000 Menschen unterzeichnet.

Gedenken zum 8. Mai am Praunheimer Friedhof, an der ehemaligen Rödelheimer Synagoge und der Gedenktafel an der Ludwig-Landmann-Straße (von links)

Weil es in diesem Jahr keine zentrale Feier geben konnte, schlug das Frankfurter Bündnis 8. Mai vor, an Orten, die an die Opfer des Faschismus und Widerstandskämpfer*innen erinnern, mit Schildern, Plakaten und roten Blumen dem Kriegsende und der Befreiung zu gedenken.

Inge Pauls und der Stadtverordnete Michael Müller legten gemeinsam in Rödelheim Blumen an den Stolpersteinen ab.

In Rödelheim, Praunheim und Hausen gibt es insgesamt 31 Stolpersteine an 21 Adressen sowie ein Denkmal am Standort der Rödelheimer Synagoge und eine VVN-Gedenktafel auf dem Praunheimer Friedhof.

Lesenswerter Artikel in der Süddeutschen Zeitung von Heribert Prantl:
»Wie Deutschland die Befreiung lernte«.

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